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Projektbeschreibung

wieder mit
Leben gefüllt
*1862 Kita
Burgdamm

Der 150 Jahre alte Backsteinbau sollte ursprünglich abgerissen werden und einem Kindergarten-Neubau weichen. Nach massiven Protesten gegen dieses Vorhaben hatte der Bremer Senat den Beschluss gefasst, die Dorfschule soweit es geht zu erhalten. Er wurde nun mit einem Anbau zu einem Kinder- und Familienzentrum umgestaltet und es toben nun wieder Kinder durch das Gebäude.
Zu dem Planungsprozess, der von Immobilien Bremen ganz neu aufgenommen wurde, gehörte ein Workshop-Verfahren. Dabei wurden verschiedene Positionen des Erweiterungsbaus gemeinsam untersucht. An drei Terminen nahmen unter unserer Leitung Kita Bremen als Träger für die ca. 80 Kinder, der Ortsamtsleiter, Beiratsmitglieder und Vertreter des Heimatvereins teil. Damit begann das Projekt mit der Entscheidung das Schulgebäude nicht als Relikt und Abriss zu behandeln, sondern als Ausgangspunkt für Zukunft. Unser Entwurf versteht Erhalt nicht als Selbstzweck, sondern als aktive Transformation – als bewussten Schritt, Geschichte in eine neue soziale und räumliche Relevanz zu überführen.
Im Zentrum stand die Frage, wie Architektur Identität weitertragen kann, ohne sie zu konservieren und Bestand wird nicht Kulisse, sondern wird Teil eines neuen Ganzen. Erhaltene Bauteile markieren Herkunft und Maßstab, während der Neubau eine eigenständige, zeitgemäße Haltung formuliert. Alt und Neu treten in einen Dialog – nicht verschmolzen, sondern klar unterscheidbar, respektvoll und spannungsvoll zugleich.

Fast Facts

  • Bauherr: SVITS/Immobilien Bremen
  • Fertigstellung: 2024
  • Ort: Bremen
  • Leistungsphasen: 1-9
  • Fotograf: Piet Niemann

Entwurfskonzept | *1862 KITA Burgdamm

Entwurfskonzept »*1862 KITA Burgdamm«

Die neue Kubatur abstrahiert die vertraute Giebelform der ehemaligen Schule und übersetzt sie in eine klare, reduzierte Architektursprache. So entsteht ein Baukörper, der sich selbstverständlich in den Kontext einfügt und einen neuen Akzent setzt.
Großzügige Öffnungen, klare Proportionen und eine ruhige Fassadenstruktur machen die neue Nutzung ablesbar und öffnen das Gebäude bewusst zur Gemeinschaft. Eine transparente Fuge trennt und verbindet zugleich: Sie
markiert den Übergang zwischen den Zeiten und macht Wandel architektonisch erfahrbar. Das Ensemble erzählt so nicht von Nostalgie, sondern von Kontinuität – von einem Ort, der sich zeitgemäß verändert, ohne sich zu verlieren. Der alte Klinker der Fassaden wurde im Sonderformat ergänzt und beim Neubau der Stein angepasst. Die Fensterfarbe entspricht historischen Vorbildern und ergänzt das Gesamtbild des Gebäudes. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Denkmalschutz und nachhaltigem Bauen: In enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde wurde der Bestand energetisch ertüchtigt und das gesamte Gebäude als Passivhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach realisiert. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass denkmalgeschützte Backsteinarchitektur und hohe bauphysikalische Anforderungen keinen Widerspruch darstellen, sondern sich gegenseitig ergänzen können.

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass wir mit Respekt vor unserer Baugeschichte und dem Mut zu nachhaltigen Lösungen gemeinsam Zukunft gestalten können!
Christian Buck
Partner, Gruppe GME