Projektbeschreibung
Mit dem Projekt wurde ein zukunftsweisender Beitrag zur innerstädtischen Nachverdichtung geschaffen. Durch die Aufstockung zweier bestehender Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren sowie den ergänzenden Neubau als Lückenschluss entstand ein zusammenhängendes Wohnensemble, das den vorhandenen Bestand respektvoll weiterentwickelt und gleichzeitig neuen Wohnraum schafft. Insgesamt wurden 18 Wohnungen im Neubau sowie 12 weitere Wohnungen in den neu entstandenen Staffelgeschossen realisiert. Die neuen Wohneinheiten reagieren auf die Anforderungen eines urbanen Wohnungsmarktes und bieten ein differenziertes Angebot aus Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen für unterschiedliche Lebenssituationen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Herstellung einer durchgängig barrierefreien Erschließung. Die neu integrierten Aufzüge und Laubengänge ermöglichen nicht nur den komfortablen Zugang zu den Wohnungen des Neubaus, sondern erschließen zugleich die aufgestockten Bestandsgebäude barrierefrei. Ergänzt wurde die bauliche Erweiterung durch eine energetische Sanierung der Fassaden. Die Maßnahmen verbessern die Energieeffizienz des gesamten Ensembles und verleihen der Anlage zugleich ein neues, zeitgemäßes Erscheinungsbild. So entsteht ein Wohnquartier, das ökologische, soziale und funktionale Anforderungen gleichermaßen erfüllt und den Bestand nachhaltig für die Zukunft stärkt.
Fast Facts
- Bauherr: ESPABAU Eisenbahn Spar- und Bauverein Bremen eG
- Fertigstellung: 2021
- Ort: Bremen
- Leistungsphasen: 1-7
- Fotograf: Caspar Sessler
Entwurfskonzept | Ein Quartier entsteht
Der Entwurf verfolgt das Ziel, durch gezielte Nachverdichtung nicht nur neuen Wohnraum, sondern auch eine nachhaltige und gemeinschaftsfördernde Quartiersstruktur zu schaffen. Die Aufstockung der Bestandsgebäude und der Lückenschluss durch den Neubau ordnen die bislang offene Situation neu und formen einen geschützten Innenhof mit hoher Aufenthaltsqualität.
Im Mittelpunkt des Entwurfsgedankens steht die Schaffung einer gemeinsamen Mitte für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Durch die räumliche Fassung des Freiraums entsteht ein klar definierter Hofbereich, der als identitätsstiftender Ort des Zusammenkommens fungiert. Die Gebäude stehen nicht länger isoliert nebeneinander, sondern treten über gemeinsame Sichtbeziehungen, Wegeführungen und Freiflächen in einen Dialog. So wird Nachbarschaft räumlich erfahrbar und sozial gefördert.
Die neu entwickelten Erschließungselemente mit Aufzügen und Laubengängen übernehmen dabei eine doppelte Funktion. Neben der barrierefreien Erreichbarkeit aller Wohnungen schaffen sie Orte zufälliger Begegnungen im Alltag. Kurze Wege, gemeinsame Zugangsbereiche und Blickbezüge in den Innenhof fördern den sozialen Austausch und stärken das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Quartiers.
Soziale Nachhaltigkeit wird damit nicht als ergänzende Maßnahme verstanden, sondern als wesentliche Grundlage des Entwurfs. Die Architektur schafft Räume, die Kommunikation und Teilhabe ermöglichen und zugleich Rückzug und Privatsphäre respektieren. Das Wohnensemble bietet Bewohnerinnen und Bewohnern aller Altersgruppen die Möglichkeit, von den Qualitäten einer lebendigen Nachbarschaft zu profitieren und gleichzeitig individuelle Wohnbedürfnisse zu erfüllen.
Darüber hinaus gewährleistet die neue barrierefreie Erschließung eine langfristige Nutzbarkeit der Gebäude für unterschiedliche Lebensphasen. Damit entsteht ein Wohnquartier, das nicht nur baulich und energetisch zukunftsfähig ist, sondern auch einen nachhaltigen sozialen Mehrwert für seine Bewohner schafft. Die Verbindung von Nachverdichtung, Barrierefreiheit, Gemeinschaft und qualitätsvollem Freiraum bildet den Kern des architektonischen Konzepts und macht das Projekt zu einem Beispiel für zeitgemäßen innerstädtischen Geschosswohnungsbau.