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Projektbeschreibung

gebautes
Konzept
Oberschule
im Park

Der Neubau ergänzt den Bestand U-förmig. Die Erweiterung grenzt den Schulhof zum Wohngebiet Menkenkamp ab und gibt ihm eine neue räumliche Qualität. Zudem wird die Villa Agathe in das Gebäudeensemble mit eingebunden und die Sichtachse zu diesem historischen Gebäude bleibt frei. Der neuen Bebauung mussten nur sehr wenige Bäume weichen, wobei alle besonders schützenswerte Bäume erhalten werden konnten. Der Entwurf führt das Bestandsgebäude logisch fort, ohne den Versuch, eine neue Architekturhaltung auszubilden. Statt das bestehende Potpourri um einen weiteren Solitär zu „bereichern“, fasst der Neubau den Schulhof sinnfällig. Die Kubatur folgt in Höhe und Breite dem anschließenden Bestandsgebäude und schließt in der Länge bündig den Hof. Um die Integration des Gebäudes in den Park zu gewährleisten, ist der Neubau bewusst nur zweigeschossig ausgebildet. Der flache Riegel schiebt sich förmlich unter die Baumkronen. Zum Park zeigt sich der Bau als offenes, helles und freundliches Gebäude und macht den Park als Ganzes erlebbar. Die Außenhaut nimmt die Farbe und das Material des Nachbarn auf und ist ebenfalls in Proportion und Ausbildung der Fenster in der Horizontale orientiert. Dieses bringt Ruhe in das Konglomerat unterschiedlichster Baukörper. Leitmotiv der neuen Fassade ist ein am Haupteingang beginnendes, die komplette Breite entlanglaufendes und sich schließlich über den Verbindungsbau legendes Band. Die prägnante Form verleiht dem Gebäude Dynamik und zeigt es markant als modernes Haus, ohne die Verbindung mit dem Bestand aufzubrechen. Nach außen mit dunkelgrauen Faserzementplatten belegt, sind die Leibungskanten, bildlich die Schnittkanten, des mäandrierenden Bandes in kräftigem Orange-Gelb ausgebildet – die vorherrschende Farbe der Fenster- und Türleibungen und des Schullogos wird somit aufgenommen.

Fast Facts

  • Bauherr: SVITS/Immobilien Bremen
  • Fertigstellung: bis 2017
  • Ort: Bremen-Oslebshausen
  • Leistungsphasen: 2-9

Gebautes Schulkonzept | Erweiterung Oberschule im Park

Gebautes Konzept »Oberschule im Park«

Die offene und großzügige Sprache der Fassade zieht sich mit breiten Fluren und hellen Räumen auch durch das Innere. Dabei entwickelt sich das das Band des Farbkonzeptes auch nach Innen weiter. Die Aufenthaltsqualität und die auch haptisch erfahrbare andere Qualität der Räume wird zudem mit einer Akzentuierung von verschiedenen Elementen in hellem Holz gesteigert. Die goßen Fensterelemente sorgen für helle, freundliche, durch den großen Fassadenüberstand aber blendfreie und gut ausgeleuchtete Räume. Die Erweiterung der Schule im Park ist in der inneren Aufteilung klar organisiert: Sämtliche Klassenräume sind zum Park orientiert, im Obergeschoss das Jahrgangshaus, im Erdgeschoss sind es die Räume des Alle Lernwerkstätten blicken auf den Schulhof, um auch andere Lernformen zu ermöglichen und trotzdem den Blick auf die Schüler gewährleisten zu können.
Damit hat diese Schule die Entwicklung vom Förderzentrum zur inklusiven Oberschule auch räumlich geschafft. In die Entwicklung des Schulkonzeptes wurden die Pläne für das Gebäude miteinbezogen. Es wurde sich hier gegen eine Lösung mit offenen räumlichen Strukturen und Clustern entschieden, weil die Entwicklungsperspektiven der Schüler in diesem Konzept eher in klaren räumlichen Zuordnungen gesehen wurden. Somit wurde diese ortsspezifische Lösung erarbeitet. Bei allen Plänen zu dieser Schulentwicklung waren auch die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und das gesamte Kollegium mit allen pädagogischen Kräften beteiligt. Konzeptionell gesehen gibt es hier drei Säulen. Die erste Säule ist das inklusive Lernen im gebundenen Ganztag, wobei alle Klassen hier inklusive Klassen sind. Das heißt, alle Kinder lernen dort gemeinsam. Es bedeutet in dieser Schule, dass die Kinder in kleinen Klassenverbänden lernen und dabei erfahren, dass in diesem Rahmen das gemeinsame Lernen mit allen Kindern der Klasse funktioniert. Das Lernen in Lernwerkstätten ist die zweite Säule der Schule, die wie auch die dritte mit diesem Bau entwickelt und umgesetzt wurde. Lernwerkstätten werden in allen Klasse ergänzend zum Fachunterricht im gebundenen Ganztag angeboten. Die Schülerinnen und Schüler können in den angewählten Werkstätten entweder, Lernlücken schließen oder die eigenen Fähigkeiten stärken und vertiefen. Sie wählen verschiedene Lernwerkstätten aus und verpflichten sich dann zur Teilnahme, bis wieder neu gewählt wird. Auf diese Weise formieren sich auch Gruppen, die für eine gewisse Zeit stabil zusammenarbeiten. Die dritte Säule an der Schule trägt den Arbeitstitel „Praxisorientiertes Lernen im Werkschulprojekt“. In diesem Bremer Stadtteil gibt es viele Schülerinnen und Schüler, denen dieses Angebot ein Chance bietet, mit praxisorientiertem Lernen einen konvergenten Schulabschluss zu machen. Das betrifft nicht nur Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern auch Regelschulkinder, die größere Lernschwierigkeiten haben. Möglich sind solche Abschlüsse in den Bereichen Büro und Verwaltung sowie Pflege und Versorgung. Als konkretes Beispiel arbeitet die sogenannte „Ess-Klasse“ in den Bereichen Catering, Versorgung und Schülercafeteria und die Schülerinnen und Schüler übernehmen dort vielfältige Aufgaben. Zukünftig soll dieser Bereich über „Schülerfirmen“ noch weiter ausgebaut werden. Der Raum als dritter Pädagoge im Unterricht wird hier in diesen Räumen sehr erfolgreich umgesetzt und gelebt, wie man an einer Vielzahl von Auszeichnungen der Schule für besondere Projekte deutlich nachvollziehen kann. Tobias Albrecht, Schulleiter einer neugebauten Clusterschule sagt dazu: „Das ist dann nämlich nicht inklusiv, wenn für bestimmte Kinder wieder eigene Räume benötigt werden! Alle müssen mit allen klarkommen.“

Die mehr als 900 Quadratmeter über zwei Ebenen seien derart gestaltet worden, dass hier sowohl die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer echten Wohlfühlatmosphäre miteinander arbeiten können.
Monika Steinhauer
Schulleiterin, Begrüßungsrede Einweihung des Neubaus/Weser Kurier